Donnerstag, 29. November 2012

mal ein anderes Thema: Organspende

Heut möchte ich gerne auch mal wieder über ein anderes Thema posten denn ich bekam per Post ein Sonderheft meiner Krankenkasse indem auf das Thema Organspende hingewiesen wird.
Seit dem 1 November 2012 sind sämtliche Krankenkassen dazu verpflichtet ihre Versicherten über dieses Thema aufzuklären. Daher wird jeder Versicherte ab dem 16 Lebensjahr von seiner Versicherung persönlich angeschrieben um über dieses doch sehr zwiespältige Thema zu informieren.

In diesem Sonderheft das einen Ausweis zum ausfüllen enhält wird der Versicherte nicht dazu überredet Organe zu spenden sondern einfach nur mal dazu angehalten darüber nachzudenken!

Ich persönlich bin von dieser Aktion absolut begeistert! Ich habe mich mit diesem Thema auch im Alter von 15 oder 16 das erste Mal auseinandergesetzt habe mir einige Infos aus dem Internet gesucht und per Post zukommen lassen und nachdem ich das Thema auch gemeinsam mit meinen Eltern durchaus kritisch diskutiert habe entschied ich mich damals dazu mir einen solchen Organspendeausweis zuschicken zu lassen und mich für die Option der Organspende entschieden.
Dies ist mittlerweile schon fast 10 Jahre her trotz allem bin ich immernoch von dieser Entscheidung überzeugt auch gerade weil ich mich mit dem ganzen Thema von Patientenverfügungen und Organspenden durch meine Arbeit als Altenpflegerin und die dazugehörige Aus und Weiterbildung in diesen Bereichen viel mit der Thematik sowie der rechtlichen Situation beschäftigten musste.

Als Teenager sah ich dieses Thema vielleicht ein wenig "ver-romantisiert" ich meine damit nicht das mir der Ernst der Thematik nicht bewusst war sondern das man als Jugendlicher doch viel enthusiastischer in solchen Fragen reagiert wie als Erwachsener. In der Jugend wirken Tod und Krankheit unglaublich weit weg und man möchte doch unbedingt ein Mensch sein der die "richtige" Entscheidung trifft in diesem Fall war natürlich die "richtige" Entscheidung das ich mich für und nicht gegen die Organspende entschied. Nachdem ich mich einige Jahre später und mit ein paar Infos mehr nocheinmal mit dieser Frage beschäftigte blieb ich meiner ersten Entscheidung immernoch treu allerdings habe ich damals meine "Ja" zur Organspende ein wenig eingeschränkt und entschied mich dafür das ich nicht möchte das meine Augen sowie meine Haut genutzt werden. Natürlich kann man jetzt sagen "wieso denn das? wenn schon dann alles" aber ich finde die Augen und die Haut sind für einen Menschen etwas sehr intimes, persönliches das ich es nicht möchte und auch nicht möchte das Angehörige sich vorstellen jemand anderes bekäme meine Iris.

Ich denke die Entscheidung für oder gegen die Organspende ist keine übliche "Richtig oder Falsch" Entscheidung das muss jeder Mensch ganz alleine für sich entscheiden auch wenn man als Ehepartner, Elternteil oder Kind mit der Entscheidung nicht zufrieden ist so hat man nicht das Recht darüber zu diskutieren diese Wahl muss jeder alleine ohne irgendeine Beeinflussung treffen.
Da viele Menschen Angst vor einer Organspende haben weil sie nicht richtig informiert und aufgeklärt über dieses Thema sind bin ich sehr froh darüber das dies nun gesetzlich durchgesetzt wird.
 Grafik: Stapel unausgefüllter Organspendeausweise
Eine der Hauptängste die die meisten Menschen im Bezug auf dieses Thema haben ist:

Werde ich als Organspender schneller für tot erklärt?
Die Vorstellung ein Leben sterben zu lassen nur für die Möglichkeit eventuell ein anderes zu retten ist absurd, ich denke kein Arzt könne so etwas mit seinem hypokratischem Eid vereinbaren, außerdem ist die Bundesärztekammer durch einige Kriterien an gewisse Richtlinien gebunden, so muss der Hirntod durch 2 erfahrene Mediziner unabhänig voneinander festgestellt werden um die Unumkehrbarkeit des Ausfalls der Hirnfunktionen nachzuweisen, müssen genau definierte Ausfallsymptome nach zwölf Stunden erneut und wiederum übereinstimmend vorliegen. Erst dann erfolgt die Feststellung des Hirntods.

Auch die Frage Wird man als Organspender irgendwo registriert? ist sehr verständlich schließlich kann man seine Meinung ja auch wieder ändern und dann? Nein man wird nirgends registriert man kann sich eine Spenderausweis beim Arzt oder der Krankenkasse holen und trägt diesen dann bei sich man kann ihn aber auch jederzeit wieder wegwerfen. Das ist alles völlig unverbindlich.

Wenn man sich gegen die Organspende entscheidet schadet es aber auch nicht einen Ausweis zu haben denn auf diesem gibt es auch die Option ein nein anzukreuzen. So oder so ist es aber eine Entscheidung die man doch mal überdenken sollte.
Auch ich werde mir nocheinmal Gedanken darüber machen, ob ich bei dieser Entscheidung so bleibe oder nicht. Denn ich denke auch wenn man für die Organspende ist sollte man sich alle paar Jahre mal wieder hinsetzten und in Ruhe fragen ob man noch die gleiche Meinung wie früher hat!
Hier mal der Link für weitere Infos:
Organspende

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen