Samstag, 21. Juli 2012

Here´s to you Sacco& Vanzetti

Am 23 August jährt sich der Todestag von Ferdinando "Nicola" Sacco und Bartholomeo Vanzetti zum 85. Mal.  Man vermutete das die beiden Opfer eines politisch motivierten Justizmord wurden.

Die beiden waren italienische Einwanderer die sich der anarchistischen Arbeiterbewegung anschlossen. Am 5 Mai 1920 wurden die beiden wegen Beteiligung an einem Raubmord festgenommen, eine Zeugenaussage berichtete das die Gruppe die den Überfall tätigte Anarchisten waren.

Während Sacco& Vanzetti verhört wurden richteten sich die Fragen nicht nach dem Raubmord sondern nur nach ihrer politischen Einstellung, auch im weiteren Ermittlungsverlauf konnten keine Beweise gegen die beiden festgestellt werden trotzdem hielt die Justiz an den beiden Arbeitern als Täter fest. Im Prozess sagten fünf Zeugen gegen Vanzetti aus drei davon waren nichtmal Zeuge des Überfalls, einundreißig weitere Zeugen sagten aus sie hätten Vanzetti nicht am Tatort gesehen und entlasteten ihn damit. Für den Tag an dem der Überfall stattfand hatten beide Alibis die sich mit Zeugenaussagen deckten. Da der Prozess immer mehr Aufsehen in der Öffentlichkeit erregte die Behörden allerdings keine stichhaltigen Beweise gegen die beiden hatten sah sich der Staatsanwalt wohl dazu gezwungen im Kreuzverhör sowie in seinem Schlussplädoyer Sacco& Vanzettis Flucht vor dem Kriegsdienst ihnen als "unamerikanisch" auszulegen „Ist das Ihre Vorstellung, Ihre Liebe zu Amerika zu beweisen?“
 „Es gibt kein besseres Wort in der englischen Sprache als ‚Treue‘. Denn jener, der seine Treue zu Gott, zu seinem Land, zu seinem Staat und zu seinen Mitmenschen zeigt, stellt den höchsten und edelsten Typus wahren amerikanischen Bürgertums dar, das in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat.“ Nach fünf Stunden wurden die beiden für schuldig befunden, am 9. April 1927 verkündete der Richter das Urteil: Todesstrafe durch den elektrischen Stuhl.

Ganze acht Revisionsanträge konnten nichts bewirken. In New York folgten Hunderttausende einem Streikaufruf, an dem sich auch viele Intelektuelle beteiligten. Außerhalb der USA kam es zu großangelegten Streiks und Demonstrationen in Paris, London, Belfast, Moskau, Berlin, Wien, Budapest, Bukarest, Rom, Madrid und anderen Städten. Auch in Norwegen, Schweden, Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden, Japan, China, Nord- und Südafrika, Mexiko sowie Mittel- und Südamerika kam es zu Demonstrationen für Sacco und Vanzetti. Zudem trafen hunderttausende Gnadengesuche aus der ganzen Welt ein, unterzeichnet unter anderen von Politikern, Schriftstellern und Wissenschaftlern, Kurt Tucholsky forderte den US Botschafter auf die beiden Gewerkschafter zu begnadigen. 

In der Nacht zum 23 August 1927 wurden Sacco& Vanzetti hingerichtet.
Auf der ganzen Welt wurde die Nachricht ihres endgültigen Schicksals mit Trauer und Wut aufgenommen. Erst 1977 wurden die beiden rehabillitiert.

Sacco& Vanzetti wurden zu Symbolträgern der politischen Arbeiterbewegung.
John Dos Passos und Upton Sinclair behandelten den Fall der beiden in Büchern.
Tucholsky schrieb nach ihrer Hinrichtung das Gedicht 7,7 in diesem heißt es
Alle für zwei. Ihr starbt nicht allein. Es soll ihnen nichts vergessen sein.
Ganze 6 mal wurde ihre Geschichte bis jetzt verfilmt .
Woody Guthrie und Pete Seeger widmeten den beiden Lieder, am bekanntesten ist allerdings der Song Here´s to you von Joan Baez:

Die Strophe „The last moment belongs to us, that agony is our triumph!“ („Der letzte Moment wird uns gehören, unser Leid ist unser Triumph!“) ist eine der letzten Aussagen die Vanzetti kurz vor seiner Hinrichtung tätigte.

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