Mittwoch, 21. März 2012

Elizabeth I – The Virgin Queen DVD Kritik

Elizabeth The Virgin Queen ist eine englische BBC Mini Serie von 2006. Elizabeth Tudor war schon öfters Motiv in einigen Filmen und Büchern. Wie beispielsweise die beiden bekannteren Filme mit Cate Blanchett „Elizabeth“ von 1998 sowie „The Golden Age“ von 2007 wobei der erste von Elizabeth Thronbesteigung und die ersten 5 Jahre ihrer Herrschaft handelt und in „The Golden Age“ die Seeschlacht von Gravelines sowie der Konflikt mit Maria Stuart behandelt.
Im Gegensatz zu diesen großen Hollywood Produktionen beginnt die BBC Serie von 2006 mit der Wyatt-Verschwörung von  1554 und der damit verbundenen Inhaftierung Elizabeths und endet mit ihrem Tod im Jahre 1603 somit wird also Elizabeths komplette Regierungszeit, welche als Elisabethanische Zeitalter bezeichnet wird.

Folge 1:
Im Zuge der Wyatt- Verschwörung lässt Maria I ihre protestantische Schwester Elizabeth verhaften und in den Londoner Tower sperren, in die gleiche Zelle in der ihre Mutter Anne Boleyn einst ihre letzten Tage vor ihrer Hinrichtung verbrachte. Erst durch das Eingreifen ihres Schwagers Philipp II von Spanien wird sie wieder aus dem Gefängnis entlassen und alleine unter Hausarrest gestellt. Zu diesem Zeitpunkt ist ihre einzige Möglichkeit Neuigkeiten zu erfahren ist der ihr treu ergebene William Cecil der ihr mitteilt das Maria ein Kind erwartet und somit Elizabeths Leben in Gefahr sei. Marias Zustand erweist sich allerdings als Symptom eines Tumors und sie stirbt daran, somit wird Elizabeth zur neuen Königin ausgerufen. Sie holt ihren Jugendfreund Robert Dudley welcher bis zu seinem Tod Elizabeths wichtigster Favorit sein wird.

Folge 2:
Die Verbindung zwischen Elizabeth und Dudley wird immer offensichtlicher, ausländische Brautwerber und Botschafter beginnen die Gerüchte über eine Affäre der Königin zu verbreiten, sogar Dudley´s kranke Ehefrau erfährt davon, nachdem diese sich in der Hoffnung Dudley würde die Beziehung nach ihrem Tod beenden das Leben nimmt verbreiten sich die Gerüchte die Königin und ihr Liebhaber selbst hätten Dudleys Frau ermordet. Elizabeth versucht nun gegenüber Kat Ashley die zeit ihres Lebens eine Art Ersatzmutter war ihre Beziehung zu Dudley zu verteidigen und schwört das zwischen ihnen nichts „unehrenhaftes“ geschehen sei. Nachdem Elizabeth eine schwere Pockenerkrankung überstanden hat teilt sie dem Hof mit das sie den Entschluss gefasst hat nicht zu heiraten und als Jungfrau zu leben und zu sterben. Nachdem allerdings ihre Cousine die schottische Königin Maria Stuart einen Sohn zur Welt bringt steigt der Druck auf Elizabeth da dieses Kind auch einen Anspruch auf ihren englischen Thron erheben kann. Währenddessen lässt sich ihr Cousin Thomas Howard 4., der Duke of Norfolk der sich von Elizabeth nicht genug gewürdigt fühlt auf einen Komplott Maria Stuarts gegen Elizabeth ein. Nachdem Elizabeth Dudleys Antrag abgelehnt hat beginnt dieser unbemerkt eine Affäre mit Lettice Knollys einer Hofdame und Verwandten Elizabeths.

Folge 3:
Trotz ihres Schwures nie zu heiraten sieht sich Elizabeth gezwungen weiterhin ausländische Brautwerbungen entgegen zu nehmen kann sich aber zu keiner Ehe durchringen da sie Dudley nach wie vor liebt. Nachdem sie erfahren hat das dieser Lettice Knollys geheiratet hat verbannt sie Knollys vom Hofe. Währenddessen bereitet Elizabeths engster Berater Cecil einen Komplott gegen die eingesperrte Königin Maria Stuart vor. Mit gefälschten Briefen bringt er sie dazu ein Schreiben zu signieren das sie als Hochverräterin entlarvt. Nach langem Zögern entscheidet sich Elizabeth dazu Maria Stuart hinrichten zu lassen. Elizabeth erhält die Nachricht das Philipp II von Spanien mit der spanischen Armada Richtung England segelt. Dudley wird an den Hof zurückgerufen und Elizabeth hält im englischen Lager ihre berühmte Tilbury- Rede. Die Spanier werden vernichtend geschlagen. Dudley stirbt einige Tage später, Elizabeth bewahrt seinen letzten Brief in ihrer Schmuckschatulle ihr Leben lang auf. Nach Dudleys Tod zieht sie sich lange zurück und trauert bis sie irgendwann Dudleys Sohn kennen lernt Robert Devereux.

Folge 4:
Lettice Knollys versucht durch ihren Sohn Robert das vertrauen der Königin wiederzuerlangen. Die mittlerweile gealterte Königin verfällt seinem Charme und behandelt in deutlich bevorzugt. Devereux versucht Elizabeth mit seiner Mutter zu versöhnen, die Königin gestattet Knollys einen Besuch würdigt sie allerdings keines Blickes. Devereux wirkt depressiv und leidet zeitweise unter Wahnvorstellung trotzdem schafft er es immer wieder die Königin zu erweichen. Nachdem er an mehreren Aufgaben der Königin scheitert beginnt er an eine Verschwörung Cecils gegen Elizabeth zu glauben und versucht einen Aufstand anzuzetteln. Die Engländer glauben ihm allerdings nicht und so wird er als Verräter festgenommen und hingerichtet. Nach Devereux´s Tod zieht sich Elizabeth immer mehr zurück und wird zunehmend merkwürdiger. Nachdem sie tagelang nicht geschlafen hat stirbt sie. Als Cecil ihrem Nachfolger König Jakob I ihren Siegelring überbringen lassen will entdeckt er darin ein Bildnis ihrer Mutter Anne Boleyn.

Die Unterschiede zu den Historischen Ereignissen und der Darstellung im Film ist sehr gering so wurde beispielsweise Devereuxs Ehefrau weggelassen oder Lettice Knollys zehn Jahre älter dargestellt. Die Optik des Films wirkt um einiges realistischer als in anderen Verfilmungen so wird die gealterte Elizabeth auch deutlich gealtert dargestellt.
Als Drehort dienten:
  • Alnwick Castle, der zweitgrößte Adelssitz Englands der schon als Kulisse der Harry Potter Filme diente
  • Chastleton House, dessen Garten noch aus der elisabethanischen Zeit stammt
  • Chillingham Castle, Warkworth Castle, Lord Leycester Hospital, New College Oxford, Raby Castle, Baddesley Clinton
Die Rolle der Elizabeth ist mit der britischen Charakterdarstellerin Anne-Marie Duff besetzt die bei uns eher unbekannt ist. Für ihre Darbietung erhielt sie den englischen Laurence-Olivier Award. Duff spielt die Königin mit all ihren Facetten sehr überzeugend ist sie zu Beginn noch eine junge gebildete lebensbejahende aber auch zwischen ihrer Bestimmung und ihren Wünschen hin und hergerissene Frau, so wird sie im weiteren Verlauf zu einer sehr starken Herrscherin die sich ihrer Situation, Aufgabe und Verantwortung sehr bewusst ist. Sie tut einfach das was für einem Mann in ihrer Lage selbstverständlich gewesen wäre, sie stellt ihre Leidenschaft für die Sache für ihr Land über alles und folgt nur diesem einen Bestreben.  Es ist überliefert das Elizabeth Tudor sehr gebildet war so sprach sie sechs Sprachen was ihr ermöglichte mit ausländischen Botschaftern immer selbst zu verhandeln. Sie war aber auch interessiert im wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt so förderte sie beispielsweise William Shakespeare oder Christopher Marlowe, John Dee wurde einer ihrer engsten Berater und Vertrauter. Besonders bemerkenswert war die Stellung der Frau im elisabethanischen Zeitalter so wird in verschiedenen Reiseberichten ausländischer Besucher immer wieder festgestellt

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