Mittwoch, 22. Februar 2012

Beate Klarsfeld als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten


Beate Klarsfeld, 73 geb. 1939 in Berlin ist wohl Deutschlands bekannteste Verfolgerin von NS Verbrechen. Gemeinsam mit ihrem Mann Serge Klarsfeld einem Sohn französischer Juden, der im September 43 nach einer Razzia eines Kommandos von Alois Brunner (Eichmanns  wichtigster und treuester Mitarbeiter) in Nizza der Deportation nach Ausschwitz nur knapp durch das Selbstopfer seines Vaters entkam, war sie unter anderem mit verantwortlich für die Ergreifung zahlreicher NS Verbrecher und Kollaborateure wie Klaus Barbie bekannt als der Schlächter von Lyon, Kurt Lischka, und Maurice Papon um nur einige bekanntere zu nennen.
Desweiteren machte sie Schlagzeilen indem sie Verstrickungen deutscher Nachkriegspolitiker in der NS Vergangenheit öffentlich machte, allen voran Kurt Georg Kiesinger. Als sie 1968 den damaligen Bundeskanzler öffentlich auf einem Parteitag unter dem Ausruf „Nazi Nazi!“ ohrfeigte wurde sie in einem beschleunigten Verfahren noch am selben Tag zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Klarsfeld ist Trägerin verschiedener Ehrungen darunter die israelische Tapferkeitsmedaille, sowie den französischen „Kommandeur des Nationalen Verdienstordens“. Das Auswärtige Amt lehnte es bisher zweimal ab Klarsfeld das Bundesverdienstkreuz zu verleihen.
Laut Berichten des Spiegels hat nun also die Linkspartei Beate Klarsfeld als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt nominiert, das diese Kandidatur mehr symbolischer Art ist wird auch ihr bewusst sein allerdings wird sie im Falle einer Kandidatur  in der Bundesversammlung eine Rede halten und für sich werben. Vielleicht wird dann auch endlich einmal die deutsche Öffentlichkeit Klarsfelds jahrzentelange Arbeit zu würdigen wissen. Egal wie die Wahl am Ende ausfällt bis zum 18. März 2012 kann man sich bestimmt auf einige interessante Kommentare und Aussagen freuen nicht zuletzt weil es auch einige Gauck Kritiker gibt die ihm besonders eine Haltung zu dem rechtspopulistischen Thilo Sarrazin vorwerfen. Dieser schrieb in seinem 2010 veröffentlichtem Buch beispielsweise das „Versagen“ türkischer Migranten im Schulsystem läge an deren Erbgut da diese eine lange Tradition von Inzucht hätten und dadurch der Anteil angeborener Behinderungen bei Migranten höher sei. Joachim Gauck ergriff in der Debatte um das Buch Partei für Sarrazin´s Redefreiheit und affirmierte ihm „Mut“ eine solche Debatte offen anzustoßen. Er distanzierte sich zwar von den inhaltlichen Äußerungen in Sarrazin´s Buch aber dennoch bleibt dabei ein bitterer Nachgeschmack. ,  

1 Kommentar:

  1. "Man darf schreiben was man will, es darf nur nicht langweilig sein". meinte Voltaire einmal. Gefällt mir gut dein Artikel.

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